Wann Du Deine Symptome besser nicht googeln solltest

Wird der Rat eines Arztes oder eines Apothekers immer überflüssiger? Schließlich kann heute jeder Computerbenutzer seine Symptome bei Doktor Google finden und frei interpretieren. Zur Verfügung stehen zahlreiche Webseiten mit medizinischen Informationen rund um unsere Gesundheit und Erkrankungen.

 

Genau dort fängt das erste Problem an: Jede Seite enthält teilweise andere Informationen zum gesuchten Thema, die unterschiedlich verständlich aufbereitet sind. Das zweite Problem besteht darin, dass sich Symptome nicht immer eindeutig abgrenzen und beschreiben lassen.


Symptome zu beschreiben ist nicht immer einfach

 

In meiner langjährigen Apothekenpraxis machte ich häufig die Erfahrung, dass ein hartnäckiges Befragen der Kunden erforderlich ist, damit die wahren Beschwerden zu Tage kamen. So steckte zum Beispiel hinter einer Aussage wie „Ich hab‘s im Hals“  nicht selten ein solider Bronchialkatarrh oder Sodbrennen.


Laienhafte Selbstdiagnosen sind übrigens nur einer der Gründe, warum Apotheker und PTAs zur Beratung verpflichtet sind, nämlich zum Schutz Eurer Gesundheit.

 

Die Funktion einer intelligenten Symptomen-Recherche kann Google nicht leisten, so kommt mancher Patient zu einer falschen Diagnose. Will er sich anschließend ein entsprechendes Medikament in der Apotheke besorgen, kann man nur hoffen, dass das pharmazeutische Personal ausreichend misstrauisch ist und die Beschwerden des Kunden überprüft.


Symptome: harmlos oder gefährlich?

 

Problem Nummer Drei dreht sich um die Zuordnung der Symptome. Meist handelt es sich um ungefährliche Alltagserkrankungen. Doch scheinbar harmlose Beschwerden können manchmal auch auf schwerwiegende Krankheiten hinweisen. Wie kann man das ohne Untersuchung unterscheiden?

 

Wer zum Beispiel nachts um zwei verzweifelt nach den Ursachen seiner Symptome sucht, weil er nicht gleich den Notarzt anrufen möchte, bekommt unter Umständen auf den medizinischen Internetseiten Hinweise auf ernste Erkrankungen.


Diese lösen wiederum Panik aus und können die Beschwerden so verschlimmern, dass sich der Patient bereits mit einem Fuß im Grabe wähnt und die Nacht zur längsten seines Lebens wird, bevor er endlich morgens um acht seinen Hausarzt anrufen kann, der ihm nach eingehender Untersuchung mitteilen kann, dass es sich beim vermeintlichen Blinddarmdurchbruch nur um Blähungen handelt, die tatsächlich extreme Schmerzen bereiten können.


Besonders anfällig für schlimme Diagnosen durch Internetrecherchen sind Hypochonder, die ohnehin hinter jeder Beschwerde eine gefährliche Erkrankung befürchten. US-Forscher Brian Fallon von der Columbia-Universität in New York bezeichnet dies auch als Cyberchondrie. Tatsächlich schätzen die meisten Cyberchonder ihre Krankheiten als beklagenswerter ein, als sie wirklich sind.

 

Was Du tun kannst, wenn Du unsicher bist


Wenn Du Symptome hast, die Du nicht einordnen kannst, weil Du sie nicht kennst oder sie Dir Angst machen, hol Dir Rat in einer Apotheke oder bei deinem Arzt. Selbst wenn die Beschwerden auf eine relativ harmlose Krankheit hinweisen, ist es wichtig zu wissen, wie Du Dich verhalten musst.

 

Eine kompetente Diagnose eines Mediziners verschafft Dir die Sicherheit, die Du brauchst, um Dich zu entspannen. Das ist wiederum wichtig für eine rasche und unkomplizierte Genesung.


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