Plädoyer für einen Weihnachtsbrief

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Weihnachtliche Dekoration fürs Fensterbrett

Meist beginnt es Mitte Dezember. Tatort Briefkasten. Zwischen Werbeangeboten und Spendenaufrufen findet sich dann und wann ein richtiger Brief. Manchen Umschlägen sehe ich schon an, was sie enthalten: Nullachtfuffzehn-Weihnachtskarten, deren Inhalt fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr wünscht. Die Unterschrift zeigt an, wer die Grüße schickt. Punkt. Sonst nichts. Mal ehrlich: Freut Ihr Euch über solche Weihnachtspost?



Jahresrückblick statt Kartengruß

 

Ich mag solche verhungerten Karten mit vorgedruckten Grüßen ohne weiteren Text nicht, deshalb habe ich vor vielen Jahren begonnen, jeweils im Dezember einen kleinen, bebilderten Jahresrückblick zu verfassen, den ich allen Verwandten und Freunden schicke, die ich gern habe, aber selten treffe. So kann jeder ein bisschen an unserem Leben teilhaben, als würde er nebenan wohnen.

 

Im Brief erzähle ich von unseren wichtigsten oder schönsten Erlebnissen des Jahres. Die amüsanten Details stelle ich in den Vordergrund und scheue mich auch nicht, Szenen zu schildern, in denen ich keine Grazie abgebe. 

 

Unangenehme Ereignisse verschweige ich nicht, halte sie aber so kurz wie möglich. Mit schlechten Nachrichten, vor allem mit Krankheiten, können viele Menschen nicht gut umgehen. Schon gar nicht zu Weihnachten. 



So bereite ich den Brief vor

 

Mittlerweile mache ich mir schon während des Jahres Notizen im Kalender, was mich gefreut oder genervt hat, damit ich im Dezember meine Erinnerungen in den grauen Zellen leichter wiederfinde. 

 

Anschließend sortiere ich alles und beschränke mich auf die Erlebnisse, die mich am meisten beeindruckt haben. Nicht alles, was mein Hirn an Informationen bunkert, ist erwähnenswert. Schließlich sollen meine Leser eine kurzweilige Lektüre vorfinden.

 

Ohne Bilder geht es nicht

 

Wenn ich mich über meinen eigenen Text freuen kann, erkläre ich ihn für verschickbar. Vorher setze ich noch einige passende Bilder ein, damit sich Verwandte und Freunde eigene Vorstellungen machen können und der Brief optisch aufgelockert wird.

 

Zu Beginn des Textes füge ich immer ein Foto von einer unserer aktuellen Weihnachtsdekorationen ein. Das ersetzt sozusagen ein Klappkartenmotiv und ist von mir selbst gestaltet. Mein kleines persönliches Geschenk zum Text.

 

Ein Brief für alle und mich

 

Der komplette Weihnachtsjahresrückblickbrief wird ausgedruckt und per Post an diejenigen geschickt, die keinen Computer besitzen. Alle anderen bekommen ihn umweltfreundlich per E-Mail-Anhang. Jeder kann den Brief lesen, wann er Zeit und Lust dazu hat.

 

So spare ich Zeit, indem ich nur einen Brief für alle schreibe, mit denen ich gern in Kontakt bleiben möchte, und muss mir nicht für jeden etwas Anderes überlegen. Es ist gleichzeitig eine kleine Revue für mich selbst, die so manches Erlebte in neuem Licht erscheinen lässt. 

 

Wie haltet Ihr es mit Weihnachtsgrüßen? Ich freue mich über Eure Kommentare!


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