Warum Minimalismus nicht mein Ding ist

Minimalistische Lebensweise ist seit einiger Zeit schwer angesagt. Was haltet Ihr davon? 

 

Was wäre, wenn ich meinen Kleidungsvorrat auf 10 Teile beschränken würde? Klingt faszinierend, mit so wenigen Kleidungsstücken auskommen zu wollen - endlich wieder Platz im Schrank! Eigentlich brauche ich dann auch den Schrank nicht mehr, denn die paar Teile könnte ich mühelos in einer kleinen Kommode unterbringen.

 

 

Damit die 10 Kleidungsstücke sich optimal kombinieren lassen, würde ich sie nur in Schwarz und Weiß wählen. Man muss nicht groß überlegen, was man anzieht, denn alles passt zusammen. Und wenn ich Lust auf ein blaues oder rotes T-Shirt habe? 

 

 

Minimalismus und Gastlichkeit

 

 

So ähnlich könnte ich auch mit allen anderen Dingen verfahren: alles weggeben und nur wenige Lieblingsbücher und die notwendigen Gegenstände behalten. 1 Tisch, 1 Stuhl, 1 Teller usw. Aber was mache ich, wenn Gäste kommen? Den Teller in die Mitte des Tisches stellen?

 

 

Wenn jeder seinen eigenen Löffel mitbrächte, könnten alle daraus essen. Allerdings im Stehen, mit dem Sitzen müsste man sich abwechseln, da nur 1 Stuhl vorhanden ist. So bleibt man in Bewegung, wenn reihum gewechselt wird, und Bewegung ist ja gesund. Aber Gemütlichkeit geht anders. 

 

 

 

Schublade mit Socken nach der KonMari-Methode geordnet
Socken nach der KonMari-Methode geordnet

Geht Kreativsein auch minimalistisch?

 

 

Ich bin ein Mensch mit vielen Interessen, fotografiere, filme, male, bastele, musiziere. Zumindest zum Malen und Basteln braucht man viele verschiedene Materialien, ohne lässt sich nichts herstellen. Selbst wenn man sich beim Malen auf wenige Farben beschränkt und nur auf Zeitungspapier, Verpackungskarton oder Ähnlichem malt, muss auch hiervon ein Vorrat angelegt werden.

 

 

Beim Basteln ist es genauso: Für die Schmuckherstellung braucht man zum Beispiel verschiedene Drahtarten, Perlen, Verschlüsse, Werkzeug, Bänder usw., für Basteleien aus Papier bedruckten Karton, viele Papiersorten, Kleber, Klebebänder und Verzierungselemente, um nur Einiges aufzuzählen. Mein Fazit: Minimalismus funktioniert nicht, wenn der Mensch kreativ ist. Niemals würde ich darauf verzichten wollen! Wozu auch?

 

 

Ordnen statt minimieren ist besser

 

 

Was ich mir allerdings gerade angewöhne, ist das Aussortieren und Ordnen meiner Habe in entsprechende Kisten, Schubladen und Schrankfächer. Die Kleidung ist nach der KonMari Methode von Aufräum-Guru Marie Kondō aus Japan gefaltet, senkrecht einsortiert und braucht daher deutlich weniger Platz.

 

 

Schöne Dinge bekommen einen Ehrenplatz

 

 

Außerdem kann man den gesamten Bestand überblicken, sodass man immer weiß, was man hat. Nichts versteckt sich in einer dunklen Ecke, alles ist sofort greifbar. Und das bleibt auch so. Das ist nicht nur für die Auswahl der Kleidung wichtig, sondern auch für meinen Bastelbedarf. Nicht alles wird weggeräumt: Einige Lieblingsdinge werden hübsch ausgestellt, damit ich mich immer wieder darüber freuen kann.

 

 

Lieber Zeit und Geld sparen

 

 

Ich kaufe nicht mehr so viel ein, weil ich die benötigten Dinge auf Anhieb finde. Früher habe ich vieles doppelt und dreifach gekauft, da ich vergeblich danach gesucht hatte. Man spart also Zeit und Geld, wenn jedes Teil seinen festen Platz hat. Insofern werden wenigsten zwei nicht unwesentliche Komponenten des Lebens minimiert.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    RaceLolly (Montag, 02 Januar 2017 12:11)

    Beim Minimalismus geht es ja auch nicht darum, möglichst wenig zu besitzen. Wenn du Hobbys wie das basteln hast, dann ist es klar das dabei nicht viel minimalisiert werden kann und das sollte auch so angenommen werden und nicht als vermeidlich schlecht am Minimalismus hingestellt werden finde ich. Minimalismus klappt meiner Meinung super mit kreativ sein, da man die ünnotigen Sachen weggibt und dann Raum und Zeit für die Kreativität z.B. hat.